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Compeed Herpesbläschen Pflaster – Geldverschwendung oder wirksame Hilfe?

Herpes tritt im Allgemeinen an der Lippe auf und wird durch einen Virus hervorgerufen. Infiziert sind ca. 90% der Bevölkerung. Zum Ausbruch kommt Herpes aber nur, wenn das Immunsystem so wieso geschwächt ist, bspw. im Zuge einer Erkältung, beim Genuss von unreifem Obst oder bei Ekel. Wer öfter mit Herpes geschlagen ist, kennt die einschlägigen Hausmittel. Diese reichen von A wie Abkratzen bis Z wie Zahnpasta oder Zinksalbe. Die dummen Sprüche von gutmeinenden Mitmenschen bekommt der Erkrankte dann auch noch inklusive, so nach dem Motto: „Hast du heute Morgen nach dem Zähneputzen nicht mehr in den Spiegel gesehen“. Oder: „Warum kaufst du dir Creme, die sich nicht verteilt (Zinksalbe)“. Von den Anspiegelungen, „Na, wohl fremd geknutscht!“ u. ä., wollen die Herpesgeplagten auch nicht wirklich etwas hören.

Die Anwendung des Compeed Herpespflasters

Vor nicht ganz 2 Wochen hat der Herpes wieder einmal zugeschlagen. Unsere Gemeinde hat eine Kinderkirmes veranstaltet. Beim Abräumen meiner Kaffeetasse habe ich zufällig einen Blick in die Küche geworfen. Als ich sah, wer da für die Reinigung des Geschirrs zuständig war, lief mit schon eine Gänsehaut über beide Arme hoch und über den Rücken wieder runter. Von da an war es nur eine Frage von Stunden, bis zum nächsten Ausbruch. Von den Crems, die auf dem Markt erhältlich sind, bin ich wenig begeistert.  Nach einer guten Beratung der Apothekerin habe ich dieses Mal das Compeed Herpesbläschen Pflaster probiert.

Die Verpackung

Die Verpackung kommt in einem schlichten weiß / türkis mit einer Größe von 10 x 5,5 cm daher. Damit ist die Packung nicht auffällig, die Größe wird aber in kleineren Handtaschen zu einem Problem. Das Öffnen der Verpackung erinnert mich an einen alten Song: „Sie müssen erst den Nippel durch die Lasche ziehn …“. Selbst als Feinmotoriker wünscht man sich ein Stemmeisen, nur damit dieses Teil endlich seinen Inhalt preisgibt. Für die äußere Verpackung gibt es auf der Schulnotenskala von 1-6 gerade mal eine 5.

Die Anleitung

Die beiliegende Anleitung ähnelt den Packungsbeilagen von Medikamenten. Sie ist klein zusammengefaltet, in sehr kleiner Schrift geschrieben aber dafür in vier Sprachen ausgeführt. Kann man nach dem Durchlesen die Patchs anwenden? Eindeutig nein. Selbst die Bilder, die die Anwendung verdeutlichen sollen, sind nicht besonders hilfreich. Die Bewertung für die Anleitung fällt dementsprechend niedrig aus, gerade mal eine 4.

Der Patch

Der Patch mit einer Größe von 5,5 x 2,5 cm ist in einer weiteren Plastikverpackung luftdicht eingeschweißt. Es trägt in der Mitte das durchsichtige Pflaster. Die Plastikverpackung hat immer noch eine Größe von 8 x 4,5 cm. Laut Anleitung soll man den Patch aus der Verpackung nehmen und in Pfeilrichtung ziehen. Auf keinen Fall soll die klebrige Seite des Pflasters berührt werden. Ja, dann schreibt doch auf den Patch wo oben und unten ist. Das kriegt sogar der Mikrowellenpopcorn Hersteller hin. Ich ziehe vor jedem Anwender, der das Aufkleben des Pflasters bis zum dritten Patch hinbekommt, den Hut. Für die Handhabung des Patchs gibt es damit nur eine 5.

Das durchsichtige Pflaster

Das Pflaster hat einen Durchmesser von 15 mm. Es ist hauchdünn und auf der Lippe selbst kaum sichtbar. Hat der Erkrankte das Herpesbläschen in der Nähe des Lippenbogens oder auf der Unterlippe ist die Größe des Pflasters super. Bei einem Bläschen, das in Richtung des Mundwinkels entstanden ist, hat der Anwender ein Problem. Das Pflaster ist dort einfach zu groß. Entweder klebt die untere Hälfte des Pflasters im Mund, wo es wegen der Feuchtigkeit nicht lange hält. Oder die obere Hälfte klebt weit auf der Haut. Weil das Pflaster die Haut etwas zusammenzieht, entstehen dort Fältchen. Toll, jetzt sieht man das Herpesbläschen kaum noch, dafür hat man Falten. Ein weiteres Problem, das durchsichtige Pflaster ist so dünn, dass es sich nicht schneiden lässt. Jedenfalls nicht mit meinen Instrumenten: vier verschiedene Scheren, eine Nagelschere, zwei Skalpelle, dann habe ich aufgegeben. Der Hersteller sollte die Pflaster in verschiedenen Größen anbieten.

Die Wirksamkeit des Pflasters

Das Pflaster von Compeed wirkt praktisch von der ersten Minute des Aufbringens an, super. Das Jucken und Brennen des Herpesbläschens lässt fast augenblicklich nach. Eine absolute Wohltat. Und das Beste, ganz normal reden, anziehen sowie essen und trinken ist ohne Schmerz möglich. Die Ansteckungsgefahr ist durch die Abdeckung gleich Null. Ein einzelnes Pflaster hält zwischen 6 und 12 Stunden, je nach Beanspruchung. Das Abheilen des Bläschens ging ca. 2 Tage schneller vonstatten. Da sich durch das Pflaster kein Grind bildet, können keine Narben entstehen. Für die Wirksamkeit hat das Compeed Herpesbläschen Pflaster eine glatte 1 verdient.

Der Preis

In der Apotheke um die Ecke ist Compeed mit 8,95 EUR für 15 Pflaster recht teuer. In Internetapotheken wird Compeed auch schon für 6,95 EUR angeboten und ist damit eine wirksame Hilfe zu einem vernünftigen Preis.

Fazit

Das Compeed Herpesbläschen Pflaster (bei Amazon für 6,98 EUR) wirkt super. Würde der Hersteller das Pflaster in verschiedenen Größen und in einer kleineren und besser zu handhabenden Verpackung anbieten, wäre es ein eins A Produkt.