Telefonieren mit dem Handy aus dem Ausland – echte Einsparung oder Fake?


Ein scheinbar entspannender Urlaub in Italien, am Mittelmeer, an der Côte d’Azur oder am Ägäischen Meer kann schnell zum teuren Unterfangen werden. Ein Telefonat via Handy in die Heimat oder ein kurzer Blick in das E-Mail Postfach werden schnell zu einem exorbitant teuren Vergnügen. Auf europäischer Ebene wurde nun die so genannte "Roaming-Verordnung" verabschiedet. Sie soll Handynutzer im Ausland vor hohen Rechnungen im Inland schützen.

Roaming-Verordnung, aber nicht für alle!

Mit der Roaming-Verordnung (Roaming: Verbindungsaufbau aus einem Mobilfunknetz im Ausland) wurde erstmals ein einheitlicher Eurotarif in den 27 Mitgliedsländern der EU festgelegt. Ab dem 1. Juli dieses Jahres dürfen abgehende Anrufe aus dem EU-Ausland nur noch höchstens 0,39 Euro pro Minute kosten. Je nach Anbieter waren zuvor bis zu 2 Euro pro Minute fällig.

Die Absicherung vor horrenden Telefonrechnungen seitens der Mobilfunknutzer wird damit jedoch nur halbherzig hergestellt. So gilt die Verordnung nur für Mitgliedsstaaten der EU, womit Urlaubsländer, wie zum Beispiel die Türkei oder die Schweiz ausgenommen sind. Ein Megabyte Daten, heruntergeladen in der Türkei, bleibt weiterhin ein teures Vergnügen. Trotz Verordnung fallen hierfür weiterhin bis zu 19 Euro an. Und: Mit Kosten von mindestens 0,39 Cent pro Minute aus dem EU-Ausland, bleibt das Mobiltelefonieren aus dem Ausland deutlich teurer als mobil im Inland zu telefonieren. Zudem setzen alle Mobilfunkanbieter die Roaming-Verordnung unterschiedlich schnell um. Einheitlichkeit und Klarheit im Tarifdschungel ist durch die Roaming-Verordnung daher bislang nicht entstanden.

Die Verantwortung des Einzelnen bleibt

Trotz dieser Regulierung kann der Staat oder in diesem Falle die Europäische Union dem Bürger nicht vollends seine Verantwortung nehmen, denn letztlich obliegt es dem Individuum, sich zu informieren, um solche kapitalen Fehler im vornherein unterbinden zu können. Somit sollte dem Nutzer als Credo dienen, behutsam zu sein und nicht ohne vorheriges Überprüfen der Kosten unnötige Telefonate in die Heimat zu führen. Die Verordnung gibt dem Bürger lediglich einen Anstoß der im weiteren Verlauf zu mehr Eigeninitiative führen soll.

Die aktuellen Roaming-Tarife und weitere Informationen zum Thema Roaming bei den großen Mobilfunkanbietern finden Sie hier:


T-Mobile: http://www.t-mobile.de/roaming
Vodafone: http://www.vodafone.de/auslandstarife
Base: http://www.base.de/tarife/telefonieren_im_ausland.jsf

Fazit: Verordnung mit Lücken

Somit lässt sich resümierend sagen, dass die Verordnung den Nutzer vor einigen Fällen schützt, doch ihm keineswegs die volle Verantwortung entziehen kann, was auch einer Entmündigung des Bürgers gleichkäme. Der Nutzer eines Mobilfunktelefons sollte sich stets dessen Kosten bewusst sein und infolgedessen mündig handeln und auf irrelevante Internetaufrufe oder Telefonate verzichten, denn schließlich befindet man sich im Urlaub und dieser soll zur Entspannung beitragen und nicht Kopfzerbrechen oder andere Dinge hervorbringen.

Professionelle Telefonkonferenzen sparen noch mehr Geld!


Für diese Leistung gibt´s von uns:

1 vote, average: 4,00 out of 61 vote, average: 4,00 out of 61 vote, average: 4,00 out of 61 vote, average: 4,00 out of 61 vote, average: 4,00 out of 61 vote, average: 4,00 out of 6 (1 votes, average: 4,00 out of 6)
Loading ... Loading ...

Ähnliche Beiträge

 Handygespräche im EU Ausland werden zum 01. Juli 2009 billiger
 Telefonie und mobiles surfen – eine Tarifübersicht von T-Mobile für Smartphones
 Neuer Tarif: Simsay mit Berlin Tarif
 Missbrauch des Notrufs wird eingedämmt
 Bei welchem Urlaub sollte eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden?

Kommentieren