Bei welchem Urlaub sollte eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden?


Die Versicherungskarte der gesetzlichen Krankenversicherung in der Tasche und ab in den Urlaub. Auf der Rückseite der Karte ist ja „European health insurance card“ aufgedruckt. Da kann eigentlich nicht viel passieren, könnte man meinen. Im Ernstfall schon. Krankenversicherungsschutz im Ausland besteht über die gesetzliche Krankenversicherung nur in den Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. Welche Länder das sind, kann man über die Internetseite www.dvka.de herausfinden. Sie wird von der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland betrieben. So sperrig wie der Name sind auch die mit einigen Ländern getroffenen Regelungen. So kann es beispielsweise sein, dass nur bestimmte Ärzte aufgesucht werden dürfen oder auch Zuzahlungen zu leisten sind, die nicht ersetzt werden. Damit verteuert sich der Urlaub zusätzlich.

Auslandskrankenversicherung

Um dem zu entgehen, bietet sich in jedem Falle der Abschluss einer Reiseversicherung an. Sie ist ab ca. 6,- EUR für eine Einzelperson bzw. ab ca. 14,- EUR für eine Familie erhältlich. In diesem Vertrag sind alle Reisen der versicherten Person(en) in einem Kalenderjahr versichert. Je Reise wird eine maximale Dauer von meistens 42 Tagen vereinbart. Dauert der Auslandsaufenthalt länger, steigt der Preis für den Versicherungsschutz.

Leistungen

Die Auslandskrankenversicherung übernimmt die Kosten für notwendige medizinische Behandlungen einschließlich ärztlich verordneter Medikamente, Heil- und Verbandsmittel. Ebenfalls zum Leistungsspektrum gehören Kosten für einen notwendigen Krankenhausaufenthalt einschließlich der Transport-kosten dorthin. Schmerzbehandlungen an den Zähnen sind ebenso mitversichert wie die Reparatur von Zahnersatz.

Ebenfalls über diese Zusatzversicherung gedeckt sind die Kosten für einen medizinisch notwendigen oder auch (abhängig vom Vertrag) medizinisch sinnvollen und vertretbaren Rücktransport in die Heimat. An dieser Leistung wird ein deutlicher Unterschied zu den Leistungen der gesetzlichen Kranken-versicherung im Ausland sichtbar: Die gesetzliche Krankenversicherung über-nimmt generell keinen Krankenrücktransport!


Ebenfalls vom Versicherungsschutz erfasst sind Überführungskosten, die im Todesfall der versicherten Person anfallen.

Ausgeschlossen aus dem Leistungsspektrum der Auslandsreise-Krankenversicherung sind z. B. Reisen, deren Zweck die Behandlung im Ausland ist oder auch Krankheiten oder Beschwerden, die bereits vor Reiseantritt bestanden. Auch Zahnersatz wird nicht ersetzt. Für Brillen oder Hörgeräte kommt der Auslandskrankenversicherer ebenfalls nicht auf.

Vertragsformen und -abschluss

Die meisten der angebotenen Verträge übernehmen die vereinbarten Leistungen in voller Höhe. Einzelne Anbieter verlangen eine Selbstbeteiligung je Leistungsfall. Diese kann zwischen 20,- EUR und 100,- EUR liegen.

Ein Vertrag lässt sich als Jahresvertrag sowohl mit als auch ohne Verlängerungsklausel abschließen. Wird die Verlängerungsoption gewählt, besteht der Versicherungsschutz auch in den Folgejahren weiter. Im anderen Fall endet der Versicherungsschutz nach einem Jahr automatisch und ein neuer Vertrag muss abgeschlossen werden.

Der Vertragsabschluss selbst ist bei sehr vielen Anbietern im Internet möglich. Natürlich stehen auch Versicherungsvertreter bzw. –makler dafür zur Verfügung. Nicht selten wird auf die Absicherung der Urlaubsreise bereits im Reisebüro hingewiesen und die Vermittlung des Vertrages angeboten.

Besonderheiten bei privat Krankenversicherten und beruflich Reisenden

Bereits privat Krankenversicherte sollten sich beim Thema Auslandsurlaub nicht sofort entspannt zurücklehnen, weil doch die private Krankenversicherung weltweit gilt! Empfehlenswert ist es zunächst zu überprüfen, ob der vereinbarte Tarif z. B. auch die Kosten für den Krankenrücktransport aus dem Ausland übernimmt – was nicht selbstverständlich ist.

Wer beruflich ins Ausland reist, benötigt häufig einen gesonderten Versicherungsschutz, da nicht alle Gesellschaften Dienstreisen in ihrem Standardvertrag mitversichern. Hier empfiehlt es sich, mit einem qualifizierten Versicherungsvermittler Kontakt aufzunehmen.


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